Historie von Felgeleben
( mit freundlicher Unterstützung von Dr. Hans-Joachim Geffert)
  • Nach J. Wütschke ("Mitteldeutsche Ortsnamen", Zerbst 1960) in der thüringischen Siedlungszeit (etwa 300 - 531 n. Chr.) als Ort mit dem Grundwort " - leben" ( = Erbgut ) entstanden

  • lag in der im Jahre  782 gegründeten Grafschaft Mühlingen und kam im Jahre 1282 an die "Herrschaft Barby" der Arnsteiner, die 1497 in eine Reichsgrafschaft erworben wurde (auf eine frühere Existenz des Ortes läßt auch der im Untergeschoß des Kirchturms stehende achteckige Taufstein mit seinem romanischem Ornamentband am oberen Rand schließen)

  • Erste urkundliche Erwähnung im Jahre 1363 als Velgeleve

  • Ende des 14. Jahrhunderts konnte die Flur (Ländereien) des "wüsten" (verlassenen) Ortes Salau eingemeindet werden

  • 1406 mögliche militante Zerstörung während der erbitterten Fehde nahe Calbe zwischen den anhaltinischen Fürsten und dem Erzbischof "Günther II." von Magdeburg

  • 1414 wurde Felgeleben selbst als "wüst" (verlassen) bezeichnet

  • 1494 Velgeleben - Ortsname von Personennamen Folco oder Felia abgeleitet (Ort in dem der Folco / die Felia lebte)

  • ab 1541 wurde der Ort wieder bewohnt

  • 1578 konnte die Pfarrkirche auf dem romanischem Unterbau als rechteckiger Saalbau wieder errichtet werden

  • um 1616 erhielt die Kirche durch Auftrag des Barbyer Grafen Wolfgang Friedrich wieder einen Turm

  • während des 30-jährigen Krieges wurde Felgeleben durch die Kursachsen und die Kaiserlichen fast völlig eingeäschert - viele Felgeleber flücheteten damals in die nahen Städte Schönebeck und Groß Salze

  • nach dem Krieg erfolgte die zweite Neubesiedlung   

  • nach dem Erlöschen des Barbyer Grafenhauses fiel Felgeleben 1659 an Kursachsen

  • in der Nacht vom 7. zum 8. November 1813 sammelte sich bei Felgeleben das russische Heer mit ca. 12.000 Mann, unter General von Benningsen, um am 8. November im Gefecht zu Frohse, während der Befreiungskriege, die Franzosen zu schlagen (Karte)

  • 1815 kam Felgeleben an Preußen

  • 1840 bestand der Ort (Alt Felgeleben, Martinstraße und Schulstraße) aus 44 Häusern, die 9 Ackerbauern, 1 Halbspänner, 10 Kossaten und 21 Häusslern (Hausbesitzer ohne Landbesitz) gehörten und in denen auch 12 Einlieger (Mieter) wohnten

  • Felgeleben war zu dieser Zeit ein reines Bauerndorf - die 337 Einwohner bewirtschafteten 1335 Morgen Ackerland und 45 Morgen Wiese

  • Neben der Kirche gab es eine einklassige Schule, einen Dorfkrug sowie an der heutigen Paul-Illhardt-Straße eine Windmühle

  • Ende des 19. Jh. siedelten sich immer mehr Industriearbeiter in Felgeleben (Adolf-, Albrecht-, Johannis-, Richard-, Karl-, und Heinrichstraße) an, die in der nahen Ziegelei und Spiritusbrennerei aber besonders im Moltke-Salzschacht, in der Saline und in anderen Schönebecker Fabriken Beschäftigung fanden

  • 1893 wurde südlich von Felgeleben ein Tiefbrunnen für das Wasserwerk Groß Salze gebohrt

  • 1902 erhielt das Dorf Fernsprechanschluss

  • 1903 wurde die heutige Paul-Illhardt-Straße zu einer Chaussee ausgebaut.

  • die Straßen und Plätze erhielten 1905 erstmals eine Bezeichnung

  • 1906 erhielt der Ort Gas- und 1910 Stromanschluss

  • Am 9. November 1918 zogen tausende Anhänger der Novemberrevolution durch Felgeleben und stimmten den Forderungen des Arbeiterrates von Schönebeck zu

  • 1919 wurde der Schlosser Otto Kresse (geb. 6.1.1886 in Felgeleben), der 1917 die USPD im Kreis Calbe gegründet hatte, Gemeinderat und Vorsitzender des Arbeiterturnvereins von Felgeleben

  • Otto Kresse gründete die "Bau- und Spargenossenschaft Heimstätte Schönebeck - Felgeleben"

  • die Kresse-Siedlung sowie die Siedlung Sachsenland entstanden

  • 1923 wurde Felgeleben mit 539 Hektar in die Stadt Schönebeck eingemeindet

  • Otto Kresse wurde nunmehr Stadtverordneter und Stadtrat

  • 1926 erhielt Felgeleben einen Bahnhof

  • am 21.6.1931 wurde in Sachsenland der Erzähler und Romanautor Erik Neutsch geboren

  • am Abend der Gemeindewahlen wurde Otto Kresse, am 12. März 1933, beim Auszahlen der Stimmen im Wahllokal Felgeleben, erschossen

  • in den 30-iger Jahren entstand die so genannte SA-Siedlung in unmittelbaren Nähe zu Sachsenland

  • am 12.4.1945  gegen Mittag  begannen die Amerikaner ihren Angriff mit einer Zangenbewegung durch Panzer und Infanterie aus verschiedenen Richtungen auf Schönebeck, dabei kam der Hauptteil des 118. Panzenregiments über die Tannenbergstraße (heutige Paul-Illhardt-Straße) und die Arras-Straße (heutige Hermann-Kasten-Straße) in Richtung Saline

  • In den Jahren des Sozialismus wurde in Felgeleben wenig verändert

  • Im Jahr 2002 wurde Felgeleben in das Dorferneuerungsprogramm aufgenommen           

( Wer weitere Einzelheiten zur Geschichte von Felgeleben betragen kann, meldet sich bitte beim webmaster@felgeleben.de )